Marine Low Speed  |  Turbomachinery  |  Power Plants 

Riesiger Reaktor für die petrochemische Industrie ausgeliefert

MAN Diesel & Turbo lieferte in diesen Tagen einen über 600 Tonnen schweren petrochemischen Reaktor aus. Der FCC-Reaktor (Fluid Catalytic Cracking) ist 33 Meter lang und hat einen Durchmesser von rund neun Metern. Er gehört zu den wichtigsten Komponenten einer Erdölraffinerie und ist für die Herstellung von Kraftstoffen wie etwa Benzin und Diesel aus Erdöl unverzichtbar. MAN Diesel & Turbo war vom Kunden nicht nur mit dem Bau des FCC-Reaktors, sondern als Spezialist für Raffinerietechnik zudem mit dem Detail-Engineering der kompletten FCC-Anlage beauftragt worden. Der Auftragswert beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro.

Der Stahlkoloss wurde in 18 Monaten Bauzeit am Standort Deggendorf gefertigt und nun direkt am werkseigenen Kai an der Donau auf ein Binnenschiff verladen. Die Reise geht flussabwärts über Passau, Wien und Budapest zum rund 2000 Kilometer entfernten rumänischen Schwarzmeerhafen Constanza. Dort wird der Reaktor auf ein Schwergutschiff für den Seetransport umgeladen und tritt dann den zweiten Teil der Reise nach Fernost an, wo er etwa vier Wochen später erwartet wird.

„Die direkte Anbindung des MAN Diesel & Turbo-Standorts Deggendorf an die Donau als europäische Binnenwasserstraße bietet einen wesentlichen Standortvorteil und gute logistische Voraussetzungen für die sichere Verladung und den wirtschaftlichen Transport von Schwerapparaten – sowohl flussabwärts bis ins Schwarze Meer als auch flussaufwärts, über den Main-Donau-Kanal, Main und Rhein bis zu den Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen. Dies sind dringende Voraussetzungen, um im globalen Wettbewerb erfolgreich bestehen zu können“, sagt Klaus Stahlmann, Sprecher des Vorstands der MAN Diesel & Turbo SE.

Neben dem Bau von Reaktoren, die unter der Produktbezeichnung „DWE Reactors“ vermarktet werden, entwickelt und fertigt MAN Diesel & Turbo am Standort Deggendorf weitere Komponenten für großtechnische Spezialanlagen. Zu den Kunden zählen neben Unternehmen der chemischen und petrochemischen Industrie auch internationale, wissenschaftliche Forschungsinstitute. So lieferte das Unternehmen etwa fünf riesige Ringmagnete an das Forschungszentrum für Teilchenphysik CERN nahe Genf. Sie wurden in langjähriger Arbeit von MAN-Experten am Standort Deggendorf entwickelt und gefertigt. Jeder dieser Giganten wiegt 1200 Tonnen – soviel wie 1000 Kleinwagen.