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Münchner Flughafen vertraut auf 1000 PS starke MAN Flugfeldlöschfahrzeuge

Drei moderne Flugfeldlöschfahrzeuge auf MAN SX 43.1000 8x8-Fahrgestell in Dienst gestellt

Eine Erfolgsstory schreibt der Nutzfahrzeughersteller MAN mit dem speziellen Fahrgestell aus der Serie SX, das als Flugfeldlöschfahrzeug weltweit im Einsatz steht. Der Münchner Flughafen „Franz Josef Strauß“ erneuert seine Fahrzeugflotte im Frühjahr 2008 mit drei MAN SX 43.1000 8x8. Lieferant ist die Feuerlöschgerätefirma Ziegler aus Giengen an der Brenz.

Es war auch der Flughafen München, der 1991 weltweit die ersten Fahrzeuge auf dem damals neuen MAN SX-Fahrgestell in Dienst stellte. Zwei der 2008 in Dienst gestellten vierachsigen und 1000 PS starken Löschfahrzeuge haben für die Brandbekämpfung 12.500 Liter Wasser und 1.500 Liter Schaummittel an Bord. In dem dritten Fahrzeug befindet sich zusätzlich eine Pulverlöschanlage mit 1000 Kilogramm Pulver. Die Pumpenleistung beträgt 10.000 Liter je Minute.

Das MAN-Fahrgestell SX 43.1000 8x8 konstruierte MAN Nutzfahrzeuge speziell für den Einsatz als Flugfeldlöschfahrzeug. Ein verwindungssteifer Rahmen, Schraubenfederung und vier Starrachsen stellen die Basis dar, um mit dem hoch geländegängigen Fahrzeug zügig die Einsatzstelle zu erreichen. Im Heck ist der 735 kW / 1000 PS starke V12-Zylinder-Motor platziert. Geliefert wird das im MAN Werk Wien gebaute Chassis mit einem Fahrerhauspodest. Die Aufbauhersteller setzen Pumpe, Löschmittelbehälter und Kabine auf.

Schnell am Einsatzort

Die Hülle eines Flugzeuges hält nur kurze Zeit einem Brand stand. Um die Unglücksstelle auch in unwegsamen Gelände innerhalb kürzester Zeit zu erreichen, bedarf es spezieller Fahrzeuge - wie dem MAN SX. Sein Chassis ist hochgeländegängig ausgelegt, muss aber auch eine hohe Tragfähigkeit für die Löschmittelbeladung aufweisen. Richtschnur bei der Entwicklung des MAN SX 43.1000 8x8-Fahrgestells stellten die international fixierten Anforderungen an Flughafenfeuerwehren dar. Bei Alarmfahrten sind schnelle Beschleunigung und hohe Endgeschwindigkeit gefragt, die auch bei Kurvenfahrt und abseits befestigter Straßen und Wege erreicht werden muss. Der MAN beschleunigt in weniger als 25 Sekunden von Null auf 80 Kilometer pro Stunde und ist bis zu 135 km/h schnell. Die Kombination aus Schraubenfederung und Starrachsen erlaubt eine hohe Verschränkung. Der Vorteil ist, dass jede Achse unabhängig federt, somit lange Bodenkontakt behält und in unebenem Gelände den Vortrieb sichert.

Die Aufbauten auf dem überbreiten Chassis konstruieren die Feuerwehrgerätehersteller in Hinblick auf eine niedrige Schwerpunktlage. Zusammen mit der von MAN gewählten Fahrwerksauslegung fördert dies die Fahrstabilität entscheidend. Für Vortrieb sorgt der im Heck eingebaute V12-Motor. Sein maximales Drehmoment von 3.500 Nm liegt in einem weiten Drehzahlbereich von 1.400 bis 1.900 Umdrehungen an. Das kommt der schnellen Beschleunigung und der Durchzugsstärke bei Fahrten abseits befestigter Straße zu Gute.

Geballte Löschkraft für den Flughafen München

Der Flughafen München erlebte 2007 ein erfolgreiches Jahr. Knapp 34 Millionen Fluggäste und 420.000 Starts und Landungen stellen neue Rekorde dar. Die Feuerwehr des Flughafens verfügt über einen sehr modernen Fuhrpark, der bis auf wenige Ausnahmen auf MAN Fahrgestellen läuft. Der Flughafen München entschied sich bei seinen neuen Flugfeldlöschfahrzeugen für einen Aufbau durch die deutsche Firma Ziegler. Das Fahrerhaus ist integraler Bestandteil des Aufbaus. Der Fahrerplatz ist zur Fahrzeugmitte versetzt angeordnet, damit direkt an der Tür eine Einsatzkraft Platz findet, die für unterstützende Löschmaßnahmen schnell das Fahrzeug durch die Schwingtüren verlassen kann. Eine Besonderheit stellte die Ausrüstung von zwei Fahrzeugen mit einem Löscharm dar. Er läßt sich bis auf 20 Meter Höhe ausfahren.

MAN erfolgreich in diesem Marktsegment

Seit am 9. Februar 1969 der Boeing Jumbo Jet 747 zum Jungfernflug abhob, sind mit wachsender Flugzeuggröße und steigenden Passagierzahlen auch die Feuerwehrfahrzeuge größer geworden. Neue Herausforderungen an den Brandschutz auf Flughäfen stellen Großraumflugzeuge wie der Airbus A 380 oder Boeing 777 dar, die bis zu 850 Passagiere befördern können. Daher interessieren sich immer mehr Flughäfen weltweit für leistungsstarke Flugfeldlöschfahrzeuge, die schnell und geländegängig große Löschmittelmengen transportieren. Auf diesem speziellen Markt nimmt MAN Nutzfahrzeuge eine führende Position ein. Aus der hochgeländegängigen SX-Baureihe, die als Militärfahrzeug in vielen Ländern eingeführt wurde, nahm MAN das überbreite 8x8 Chassis KAT IA1 Fahrgestell als Basis. Die seit 1991 eingeführte Vorgängerbaureihe kam auf etwa 165 Fahrzeuge, die in Europa, Afrika und Asien im Einsatz stehen. Das neue MAN-Chassis SX 43.1000 8x8 erlebte seine Weltpremiere auf der Interschutz 2005, der weltgrößten Fachmesse für Brand- und Katastrophenschutz in Hannover. Vorgaben der ICAO (International Civil Aviation Organization) zur Gewichtsverteilung am Fahrzeug sowie kundenspezifische Anforderungen führten zu der Konstruktionsweise mit Heckmotor. In kurzer Zeit konnte MAN Nutzfahrzeuge bereits über 30 Bestellungen für das Fahrgestell aus Europa und Asien entgegen nehmen. Die Löschtechnik und die Aufbauten inklusive der Fahrerkabine fertigen die Feuerwehrgerätehersteller Rosenbauer (Österreich) und Ziegler (Deutschland). Weitere internationale Aufbauhersteller haben konkretes Interesse bekundet.

Daten im Überblick

Fahrgestell
Typ MAN SX 43.1000 8x8
Zulässiges Gesamtgewicht 43.000 kg
Höchstgeschwindigkeit ca. 135 km/h
Beschleunigung 0 – 80 km/h innerhalb 25 sec bei 40 Tonnen
Achsen Außenplanetenachsen
Antrieb permanenter Allradantrieb 8x8
Federung Schraubenfederung
Motor MAN V 12 Dieselmotor
Hubraum 21.920 cm³
Leistung 735 kW / 1000 PS bei 2.300 U/min
Drehmoment 3.500 Nm bei 1.400 – 1.900 U/min
Getriebe Allison 6610
Getriebeart Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler und Retarder
Aufbau der drei Fahrzeuge am Flughafen München
Hersteller Ziegler
Besatzung 3 Einsatzkräfte
Löschmittel 12.500 Liter Wasser
1.500 Liter Schaummittel

im 3. Fahrzeug 1.000 kg Pulver
Pumpenanlage Ziegler mit eigenem Antriebsmotor
Pumpenleistung Normaldruck 10.000 l/min bei 10 bar
Hochdruck 250 l/min bei 40 bar