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MAN TGM – zuverlässige Basis für viele Aufgaben

MAN TGM – zuverlässige Basis für viele Aufgaben

Die MAN TGM-Baureihe setzt bei 12 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht an und reicht als Zweiachser bis 18 Tonnen, als Dreiachser bis 26 Tonnen. Mit der Allradausführung erhalten kommunale Betriebe ein praktisches Fahrzeug für den Ganzjahreseinsatz. 184 kW (250 PS) stellen bei der TGM-Baureihe die Einstiegsmotorisierung dar. 213 kW (290 PS) und 250 kW (340 PS) vervollständigen die Motorenliste. Auch diese modernen Sechszylindermotoren mit Common Rail-Einspritzung erreichen die Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 sowie den anspruchsvolleren EEV-Standard, ohne dass ein Zusatzstoff für die Abgasreinigung zur Verwendung kommt. Das Angebot an Fahrerhäusern, die ihre Nutzer durch den bequemen Einstieg, die Raumökonomie und die Bedienung begeistern, setzt sich aus den vier Größen C, L, LX und der viertürigen Doppelkabine zusammen. Auch in der mittleren MAN-Baureihe sind das elektronische Stabilitätsprogramm ESP und die automatisierte Schaltung MAN TipMatic® erhältlich.

Eine Spezialität im Allradprogramm stellt der TGM mit 13 bis 15 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht dar, denn MAN ist der einzige Hersteller, der in dieser Tonnageklasse eine Luftfederung an der Hinterachse serienmäßig anbietet. Sie sorgt für maximalen Schutz der Beladung vor Erschütterungen. Die elektronische Steuerung hält ein stets gleich bleibendes Fahrniveau ein. Dies kommt der Stabilität und Sicherheit beim Fahren zu Gute. Wankbewegungen des Aufbaus werden feinfühliger und reaktionsschneller ausgeglichen. Im Winterdienst kommt noch ein weiteres Argument hinzu. Völlig unabhängig vom Beladezustand des aufgesetzten Streuers verbleiben die Ladefläche und der Streuteller immer auf gleichem Höhenniveau. Das eingestellte Streubild braucht während der Tour nicht nachjustiert werden. Im Ganzjahreseinsatz wechselt der Fahrer mehrfach auf dem Bauhof die Geräte auf der Ladefläche. Das lässt sich Dank der Luftfederung schnell und mit wenigen Handgriffen bequem erledigen. Die Entlüftung der Federbälge an der Hinterachse senkt das Fahrzeug auf Knopfdruck um neun Zentimeter ab oder hebt es um 13 Zentimeter an.

Eine sehr kompakte Ausführung mit Allradantrieb bietet MAN mit einem Radstand von 3050 Millimetern an. Insbesondere das Schneeräumen in schmalen und oft verparkten Siedlungsstrassen stellt hohe Anforderungen an die Fahrer. Dort sind wendige Fahrzeuge gefragt, die einfach zu bedienen sind. Griffbereit findet der Fahrer neben dem Lenkrad im Armaturenbrett die Bedienelemente für die Winterdiensthydraulik.

Sauber kehren mit dem MAN TGM

Kehrmaschinen stellen einen technisch besonders anspruchsvollen Fahrzeugtyp dar. Einerseits wird eine lastwagentypische Fahrgeschwindigkeit auf der Strecke zwischen den Einsatzorten erwartet. Andererseits bewegen sich Kehrmaschinen mit einer sehr geringen Arbeitsgeschwindigkeit von < 2 km/h. Zugleich fordern immer mehr Anwender für den Antrieb der Kehr- und Saugeinrichtung eine Hydraulikanlage, die ihre Antriebsenergie vom Fahrzeugmotor bezieht. Damit vermeiden sie einen separaten Aufbaumotor, der Lärm und Abgase produziert sowie die Nutzlast einschränkt. Technisch lösen die Aufbauhersteller das mit dem Abgriff der Leistung vom motorseitigen Nebenabtrieb oder mittels einer Hydraulikpumpe, die im Antriebsstrang eingesetzt wird.

Auf den Fahrgestellen aller MAN Baureihe lassen sich unterschiedlich große Kehrmaschinenaufbauten realisieren. Für das größte Marktsegment, der zweiachsigen Kehrmaschine mit einem sechs Kubikmeter fassenden Kehrgutbehälter bietet MAN den TGM mit C-Fahrerhaus und 15,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht an. Für diese Aufgabe empfiehlt sich die Luftfederung an der Hinterachse. Sie hält bei jedem Beladungszustand das gleiche Fahrniveau ein und verringert so die Kehrbesenabnutzung. Bei der Wahl der Lenkradanordnung bevorzugen die Kunden im Rechtsverkehr die Rechtslenker-Ausführung, um dem Fahrer die beste Sicht auf den Straßenrand zu bieten. Die weit heruntergezogene Seitenscheibe sowie die großflächigen Spiegel unterstützen ihn bei seiner Arbeit.

Da Kehrmaschinen am Rahmen und zwischen den Achsen viel Platz für die Kehrwalze, den Tellerbesen und die Saugeinrichtung benötigen, steht diese Ausführung des MAN TGM auf der größeren 22,5 Zoll Bereifung. In Vorbereitung auf den Kehrmaschinenaufbau koordiniert das MAN Modification Competence Center die Veränderungen am Fahrgestell. Das umfasst in der Regel die Verlegung der Luftansaugung, des Batteriekastens und der Auspuffanlage in einen Aggregateträger direkt hinter das Fahrerhaus. Der Dieseltank aus Aluminium mit einem Fassungsvermögen von 200 Litern findet auf Wunsch am Fahrzeugheck zwischen den Rahmenlängsträgern seinen Platz. Luftleitbleche unter Kühler und Motor vermeiden Staubaufwirbelungen, wenn sich der Kühllüfter einschaltet.

Abfall sammeln mit einem dreiachsigen MAN TGM

Auf der Messe IFAT ENTSORGA 2010 präsentiert MAN Nutzfahrzeuge erstmals den TGM in dreiachsiger Ausführung als Basis für ein Abfallsammelfahrzeug. Ausgestellt am MAN Stand wird ein TGM 26.290 6x2-4 BL. In seinem L-Fahrerhaus findet die dreiköpfige Besatzung einen im Komfort optimierten Mittelsitz und ein Ablagenkonzept für ihre persönliche Schutzausrüstung. Für Wendigkeit in engen Straßen sorgt an dem 26-Tonner die gelenkte Nachlaufachse. Zur Entlastung des Fahrers von häufiger Schaltarbeit zwischen den Ladestationen trägt die automatisierte Schaltung MAN TipMatic® bei. Stellvertretend für die branchengerechte Ausstattung der MAN Fahrzeuge steht das an der Armlehne des Fahrersitzes befestigte Bedienelement. Mit diesem wechselt der Fahrer zwischen den Getriebeeinstellungen Drive und Neutral und schaltet den Nebenantrieb für die Hydraulikanlage des Aufbaus zu. Mit drei Sitzplätzen im C-Fahrerhaus kommen auch zwei Mitarbeiter mit in den Sammelbezirk zum Einsammeln der Abfallbehälter.

MAN Nutzfahrzeuge zeigt als Prototypen auf der Messe IFAT ENTSORGA 2010 ein dreiachsiges Chassis TGM 26.290 6x2-4 BL, das mit einem Hydrostatisch Regenerativen Bremssystem (HRB) der Firma Bosch Rexroth zur Rückgewinnung von Bremsenergie ausgestattet ist. Für den Einbau dieses Systems eignen sich Müllsammelfahrzeuge hervorragend, da sie beim Einsammeln der Abfallstoffe auf kurzer Fahrtstrecke häufig abbremsen und wieder anfahren. Durch die Energierückgewinnung des HRB-Systems während des Bremsvorganges wird bei Abfallsammelfahrzeugen eine Effizienzsteigerung von etwa 25 Prozent erwartet. Positive Auswirkungen lauten Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch sowie Minderung der CO2- und Abgasemissionen, Bremsenabrieb und Feinstaubbelastung im Siedlungsbereich.

Die beim Bremsvorgang normalerweise als Wärme verloren gehende Bewegungsenergie wird hierbei in hydraulische Energie umgewandelt und gespeichert. Beim nächsten Anfahrvorgang wird diese gespeicherte Energie in den Fahrantrieb eingespeist. Zentraler Bestandteil des Systems ist eine hydraulische Axialkolbeneinheit, die mittels eines Getriebes in den Antriebsstrang des MAN-Fahrzeuges integriert ist. Beim Bremsen wirkt die Einheit als Pumpe und lädt einen hydraulischen Blasenspeicher mit Hydrauliköl. Dieser Druckspeicher findet seinen Platz zwischen Fahrerhaus und Aufbau. Beim Anfahren kehrt sich der Vorgang um, das unter Druck stehende Öl fließt aus dem Speicher zurück in die Axialkolbeneinheit. Diese wird von dem Ölstrom angetrieben und gibt ihre Leistung als Motor an den Antriebsstrang des Fahrzeuges ab. Hierbei sorgt eine elektronische Steuerung für die Abstimmung der Energieflüsse zwischen Fahrzeug und Hydrostatisch Regenerativem Bremssystem. MAN beabsichtigt, dieses System in Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth und verschiedenen Aufbauherstellern im Lauf des Jahres 2011 verfügbar zu machen.