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MAN Lion's Coach: Nicht nur wirtschaftlich attraktiv

Die Umsturzrichtlinie ECE R66.02 gab den Anlass, den MAN Lion's Coach neu aufzusetzen. Herausgekommen ist ein Vorzeigebus in Sachen Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit. Der neue MAN Lion's Coach wird seine Premiere auf der Busworld 2017 in Kortrijk feiern.

  • MAN Lion’s Coach mit verbesserter Gerippesteifigkeit, neuem Antriebsstrang und neuer MAN Designsprache
  • Hohe Wirtschaftlichkeit durch die optimierte Anfahr- und Schaltstrategie sowie zahlreiche Assistenzsysteme und Verbesserungen bei der Wartung sowie einer um 20% verbesserten Aerodynamik
  • Hauptscheinwerfer sowie Rückleuchten erstmals in Voll-LED verfügbar

Auf den ersten Blick fällt auf: Hier kommt ein echter MAN. Modern und gleichzeitig zeitlos markiert der neue MAN Lion’s Coach den Beginn einer neuen unverkennbaren MAN Designsprache am Bug, Heck und der Seite. Großen Wert legten die Designer dabei auf eine klare Trennung der Funktionsbereiche Fahrerarbeitsplatz und Fahrgastraum, Gepäckraum und Antriebseinheit. Neben der Optik profitieren von dieser Segmentierung auch die Wartungsfreundlichkeit und damit die Wirtschaftlichkeit, indem beschädigte Teile schnell und kostengünstig ausgetauscht werden können. Neue Materialien und Fertigungsverfahren machen den Bus leichter, robuster und erhöhen zudem noch den Bedienkomfort beispielsweise an Kofferraum- und Motorraumklappen.

Der neue MAN Lion’s Coach wird auf der diesjährigen Busworld in Kortrijk der Öffentlichkeit vorgestellt werde. Es gibt den Reisebus ab der Markteinführung in drei Längen: 12.101 mm, 13.361 mm und 13.901 mm auf zwei bzw. drei Achsen. Zum Ende des Jahres 2017 kommt als vierte Länge der 13-Meter-Zweiachser mit 13.091 mm hinzu. Mit seinen zusätzlichen sechs Plätzen im Vergleich zur 12-Meter-Version handelt es sich hierbei um ein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten besonders attraktives Fahrzeug. Zu dessen flexiblen Einsatzmöglichkeiten trägt auch sein maximal zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 19,5 Tonnen bei. Eine wichtige Rolle bei der idealen Achslastverteilung spielt der optionale Rollstuhllift bei, der in dieser Variante auf der Vorderachse sitzt und damit sowohl die Hinterachse entlastet als auch den Kofferraum nicht einschränkt. Die Höhe misst standardmäßig 3.870 mm. Ohne Toilette finden im neuen MAN Lion’s Coach bei 3-Sterne-Bestuhlung maximal 53, 57, 59 bzw. 63 Fahrgäste Platz. Das Gepäckvolumen beträgt dann je nach Modell zwischen 11,7 und 14,3 m3.

Ins Auge fallen sofort die neuen Frontscheinwerfer, die erstmals – ebenso wie die serienmäßigen LED-Rückleuchten – komplett in LED ausgeführt sein können. Sowohl Abblend- als auch Fernlicht leuchtet mit LED-Lampen um etwa 50 % heller als mit Halogenlampen. Zudem werden mit dem LED-Licht eine breitere Verteilung, zugleich eine deutlich größere Reichweite des Lichts sowie eine deutlich erhöhte Lebensdauer erreicht. Besonders markant am neuen Scheinwerfer ist das markenspezifisch ausgeführte Tagfahrlichtband, das auch als Blinker fungiert.

Optimale Balance zwischen Effizienz und Komfort

Dass der MAN Lion’s Coach auch im neuen Gewand gewohnt wirtschaftlich daher kommt, zeigt der Blick in den Motorraum. Da im neuen MAN Lion’s Coach der optimierte Euro 6-Antriebsstrang arbeitet, profitiert er unter anderem auch von der langen Achsübersetzung i=2,73 und der um 20 PS und 200 Nm erhöhten Leistung. Für eine optimale Bremswirkung auch in Verbindung mit der langen Achsübersetzung sorgt der neue Sekundärretarder. Er bietet mit 4.000 anstatt bisher 3.200 Nm ein höheres maximales Drehmoment und eine um 80 kW höhere Leistung von nun 500 kW. Das bietet größere Reserven auch bei starken Bremsungen, wodurch sich die Sicherheit erhöht.

Im Rahmen des elektronischen Bremssystems MAN BrakeMatic kommt im neuen MAN Lion’s Coach ebenso wie in den sonstigen Reise- und Überlandbussen von MAN und NEOPLAN die verstärkte Motorbremse EVBec zum Einsatz. Sie ermöglicht durch die elektronische Regelbarkeit des Abgasgegendrucks eine bessere Bremswirkung über das gesamte Betriebsdrehzahlband und schafft damit eine hohe Bremsleistung auch bei niedrigen Geschwindigkeiten.

In dem ab 460 PS (337 kW) standardmäßig verbauten Getriebe MAN TipMatic kommt eine neue Anfahr- und Schaltstrategie zum Einsatz, die auf die D26-Motoren optimal angepasst ist. Außerdem sind einige neue Funktionen enthalten: Die neue Getriebefunktion SmartShifting spielt eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die optimale Balance zwischen Effizienz und Komfort beim Schalten herzustellen. Es kombiniert einen neuen schnellen Schaltablauf in allen Gängen, die Hochschaltunterstützung sowie das Schalten passend zur Fahrsituation. Für den anspruchsvollen Einsatz in forderndem Gelände oder mit hoher Ausladung bietet der neue D26 eine Anfahroptimierung. Auch das um 200 Nm verbesserte Drehmoment trägt zu einem ausgezeichneten Anfahrverhalten bei. Insgesamt zeigt der um 20 PS stärkere Motor eine souveräne Fahrleistung über einen breiten Drehzahlbereich.

Idle Speed Driving ermöglicht komfortables Fahren bei Leerlaufdrehzahl ohne Fahrpedalbetätigung. Mit der neuen Funktion „gleitet“ der Bus mühelos für den Fahrer mit geschlossener Kupplung durch zähfließenden Verkehr. Während ein Hochtippen der Gänge in den Gängen 1 bis 6 manuell möglich ist, erfolgt das Zurückschalten automatisch, wenn das Drehmoment im Leerlauf für einen höheren Gang nicht ausreicht oder der Fahrer bremst.

Darüber hinaus sind zahlreiche Assistenzsysteme verfügbar wie der topographiebasierte Tempomat MAN EfficientCruise mit der „Segelfunktion“ EfficientRoll, Abstandsregeltempomat ACC, Spurhalteassistent LGS und MAN Attention Guard.

Eine neue Stoßdämpfer-Generation und eine optimierte Fahrwerksabstimmung sorgen für höheren Fahrkomfort, verbessertes Fahrverhalten und höhere Sicherheitsreserven. Die Assistenzsysteme tragen zu Komfort und Sicherheit während der Fahrt bei, aber ebenso wie die um 20% gegenüber dem Vorgänger verbesserte Aerodynamik leisten sie auch einen wichtigen Beitrag zur Effizienz. Beispielsweise sorgt die Freilauffunktion EfficientRoll selbst bei leichtem Gefälle für ein Plus an Effizienz, indem das Getriebe automatisch in Neutralstellung „N“ schaltet und der Bus mit möglichst wenig Reibungsverlusten im Triebstrang rollt. Schon mit der bisherigen EfficientCruise-Generation ließen sich bis zu 6% Sprit sparen; mit den neuen Funktionalitäten ist eine weitere Steigerung der Treibstoffeffizienz verbunden.

Schicke Hülle, viel dahinter: Neuerungen auch im Interieur

Auch im Interieur hat der neue MAN Lion’s Coach einige Attraktivitätssteigerungen erfahren. So erhellt nun beispielsweise ein durchgängiges LED-Leuchtenband den Deckenbereich in „warm white“. Das neue Colour & Trim-Konzept setzt auf hellere und frischere Farben. An den Gepäckablagen fallen die neu gestalteten Abschlüsse mit in sich geschlossener Anmutung ins Auge. Sie wurden weit nach vorn in Richtung Bugscheibe verlängert, was ein großzügiges Raumgefühl, sowohl bei den Fahrgästen als auch beim Fahrer erzeugt. Die Integrierten Servicesets überzeugen durch ihre Funktionalität. So lassen sich unter anderem Luftstrom und -richtung stufenlos einstellen, sowie LED-Licht wie auch die Lautsprecherfunktion ein- und ausschalten. An allen Fahrgastsitzen lassen sich nun USB-Anschlüsse verbauen für die uneingeschränkte Nutzung von Mobiltelefonen und Tablets während der Reise.

Der Fahrerarbeitsplatz wurde mit Blick auf die Ergonomie, Praxistauglichkeit und moderne Optik überarbeitet. In diesem Zuge wurden unter anderem die Schalter neu positioniert und der Ablagebereich links vom Fahrer neu gestaltet. Das verbesserte Ablagekonzept bietet mehr Platz und ist in seiner Form für die Aufnahme von häufig genutzten Utensilien wie DIN A4 Mappe/Ordner, großen Getränkeflaschen oder Mobiltelefonen optimiert. Zum Komfort des Fahrers und zur Sicherheit trägt auch das verbesserte beheizbare Fahrerfenster mit nahezu unsichtbaren Heizdrähten bei. Optional kann dieses in Verbundscheiben-Sicherheitsglas ausgeführt sein, bei dem die Heizdrähte dann im Durchmesser nur noch 0,02 mm messen. Zudem gelangt durch den UV-Filter in der zwischen den Scheiben verbauten Folie nur 1% der UV-Strahlung ins Businnere.

Die ECE R66.02, die für alle ab 9. November 2017 neuzugelassenen Busse der Klassen II und III gilt, definiert einen Überlebensraum im Fall eines Überschlags. Hierfür muss die Struktur dann deutlich mehr Energie aufnehmen können, damit der Überlebensraum für die Passagiere erhalten bleibt. Um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, werden bei MAN in das Fahrzeuggerippe Bauteile aus hochfesten Stählen integriert sowie die patentierte Rohr-in-Rohr-Technologie für die Überrollbügel im Bereich der B-Säule und im Heck verwendet. Diese beiden Maßnahmen sorgen für die notwendige Aufbaufestigkeit und tragen maßgeblich dazu bei, dass die bei einem Fahrzeugumsturz eingeleitete Crash-Energie optimal absorbiert werden kann. So kann der neue MAN Lion’s Coach 50 % mehr Crash-Energie aufnehmen.

Damit er trotz des hierfür notwendigen zusätzlichen Gewichts nichts von seiner hohen Nutzlast einbüßt, haben die Entwickler an anderer Stelle sogar überkompensiert. So findet beispielsweise bei der Bug- und Heckmaske ein anderes Material und Herstellungsverfahren Verwendung, das Gewicht einspart. Alleine die neugestaltete Motorraumklappe bringt zum Beispiel 15 kg weniger auf die Waage.

Diese vielen Einzelmaßnahmen tragen dazu bei, den neuen MAN Lion’s Coach so effizient und zuverlässig zu mache – vom zeitlos dynamischen Design ganz abgesehen.