MAN SE  |  Investor Relations 

MAN-Hauptversammlung stimmt über Squeeze-out ab

Minderheitsaktionäre erhalten 70,68 € Barabfindung je Aktie

Auf der virtuellen Hauptversammlung der MAN SE hat Dr. Ing. h.c. Andreas Tostmann, Vorsitzender des Vorstands, über das Geschäftsjahr 2020, die aktuelle Situation und künftige Herausforderungen berichtet.

Im Fokus seiner Rede stand der verschmelzungsrechtliche Squeeze-out. Die TRATON SE, die 94,36 % des Grundkapitals der MAN SE hält, hatte bereits im Jahr 2020 als Hauptaktionärin ihre Verschmelzungsabsicht mitgeteilt und das förmliche Verlangen übermittelt, sämtliche Aktien der Minderheitsaktionäre der MAN SE auf die TRATON SE zu übertragen. Nachdem zum Tag der heutigen Hauptversammlung durch die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Rahmen einer Gutachterlichen Stellungnahme ein Unternehmenswert der MAN SE von rund 10.393 Mio € ermittelt wurde, hatte die TRATON SE die Barabfindung auf einen Betrag in Höhe von 70,68 € je MAN SE-Stammaktie und je MAN SE-Vorzugsaktie festgelegt.

Die Angemessenheit der Barabfindung wurde durch den gerichtlich bestellten sachverständigen Prüfer MAZARS geprüft und bestätigt. Vor diesem Hintergrund hat die heutige MAN-Hauptversammlung der Übertragung der MAN-Aktien der außenstehenden Aktionäre auf die TRATON SE zugestimmt. Sobald die Eintragung des Übertragungsbeschlusses in das Handelsregister der MAN und der Verschmelzung in die Handelsregister der TRATON und der MAN erfolgt sind, werden der heute gefasste Übertragungsbeschluss und die Verschmelzung wirksam. Mit der Verschmelzung geht dann das gesamte Vermögen von MAN auf TRATON über. Die MAN SE erlischt als eigenständiger Rechtsträger.

Wesentliche Vorteile dieses verschmelzungsrechtlichen Squeeze-outs ergeben sich aus einer vereinfachten Konzernstruktur und Kosteneinsparungen: Mit der Transaktion fällt eine Konzernebene weg, dies bedeutet eine einfachere Organisation und Struktur der TRATON GROUP. Durch den Wegfall eines Rechtsträgers in der Beteiligungskette entfallen u.a. Kosten für die Finanzberichterstattung. Außerdem erlöschen mit dem Wirksamwerden der Verschmelzung alle MAN-Aktien. Durch das Ende der Börsennotierung entfallen die damit verbundenen Kosten und kapitalmarktrechtlichen Folgepflichten, die mit einer Börsennotierung verbunden sind.

Der Squeeze-out setzt wertvolle Potenziale frei, um langfristig die Transformation zu meistern. Zentrale Voraussetzungen, die angesichts der drei großen Branchentrends – Automatisierung, Elektrifizierung und Digitalisierung – heute wichtiger denn je sind. Tostmann betonte: „MAN ist als Unternehmen seit jeher geprägt von Innovationen und einem unglaublichen Willen, sich mit der Zeit zu wandeln. In einem schlagkräftigen Team wollen wir ein führender Anbieter intelligenter und nachhaltiger Transportlösungen werden. Und so ein verlässlicher Partner für unsere Kunden bleiben.“

Im zu berichtenden Geschäftsjahr 2020 brachen allerdings zunächst die Nutzfahrzeugmärkte aufgrund der COVID-19-Pandemie ein. Auch bei MAN stand die Produktion wochenlang still. „Die Pandemie war auch für uns eine große Belastung. Diese Krise hat keinen Zweifel gelassen, wie wichtig eine Neuaufstellung für MAN Truck & Bus ist. Das belegen unsere Kennzahlen für das vergangene Geschäftsjahr: Insgesamt sank der Absatz der Gruppe um 17 %. Unser Umsatz ging um 14 % auf 10,8 Mrd € zurück.“ Seit dem zweiten Halbjahr 2020 gehe es Stück für Stück bergauf. „Auch wenn wir einen langen Atem brauchen werden.“

Zur Neuaufstellung gehöre eine klare Fokussierung auf die Technologien der Zukunft: Der Wandel der Branche habe sich durch die Pandemie beschleunigt. Der Fokus liege nun auf einem „grünen“ Neustart. Tostmann: „Wir nehmen entschlossen Kurs auf einen klimaneutralen Transport. Unser Ziel für MAN Truck & Bus: 2025 soll jeder zweite Bus mit alternativem Antrieb an die Kunden gehen. 2030 soll das für 60 % unserer Lkw für den Lieferverkehr gelten. Und für 40 % unserer Fernverkehrs-Trucks. Und nicht nur bei unseren Fahrzeugen senken wir die Emissionen. Bis 2030 wollen wir die gesamte Produktion von MAN Truck & Bus CO2-neutral machen.“

Im Namen des Vorstands bedankte sich Andreas Tostmann für das Vertrauen und die Treue der Aktionärinnen und Aktionäre: „Danke, dass Sie in dieser stürmischen Zeit zu uns gehalten haben. Mit dieser Verschmelzung erlischt zwar die MAN SE als rechtliche Gesellschaft, aber unser Unternehmen bleibt als Nutzfahrzeughersteller weiter bestehen. Wir packen unsere Zukunft an. Vor uns liegen große Herausforderungen. Gemeinsam werden wir sie meistern.“


Bilder der Hauptversammlung

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MAN/Lennart Preiss

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