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MAN Gruppe im 1. Quartal 2008: Starker Start im Jubiläumsjahr

MAN Gruppe im 1. Quartal 2008: Starker Start im Jubiläumsjahr

  • Operatives Ergebnis im 1. Quartal 2008: plus 43 % auf 455 Mio € nach 318 Mio € im Vorjahreszeitraum
  • Umsatzanstieg im 1. Quartal um 16 % auf 3,8 Mrd €
  • Umsatzrendite ROS klettert auf 11,9 % (Vorjahr: 9,6 %)
  • Restrukturierung des Bus-Bereiches fortgesetzt
  • Auftragseingang wächst auf hohem Niveau weiter um 8 % auf 5,2 Mrd €
  • Ausblick: Für das Gesamtjahr 2008 erwarten wir einen Auftragseingang auf weiterhin hohem Niveau, ein Umsatzplus von gut 10 % und eine Umsatzrendite auf dem Niveau der ersten drei Monate (11,9 %)

Mit deutlichen Zuwächsen bei Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis ist die MAN Gruppe in ihr Jubiläumsjahr 2008 gestartet: Im 1. Quartal 2008 nahm das Auftragsvolumen gegenüber dem Rekordwert des Vorjahreszeitraumes um 8 % auf 5,2 Mrd € noch einmal zu. Noch kräftiger stieg mit einem Plus von 16 % der Umsatz auf 3,8 Mrd €. Das operative Ergebnis legte um 43 % auf 455 Mio € zu. Damit verbesserte sich die Umsatzrendite im 1. Quartal 2008 um 2,3 Prozentpunkte von 9,6 % auf 11,9 %. „Die Zahlen zeigen, dass wir sehr dynamisch in dieses Jahr gestartet sind. Die Nachfrage nach unseren Produkten bewegt sich weiter auf hohem Niveau, und wir haben unser Ergebnis weiter kräftig gegenüber dem Vorjahresquartal gesteigert“, sagte der Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson in seiner Rede vor der heutigen Hauptversammlung der MAN AG in München.

Positiver Ausblick
Aufgrund des sehr gut verlaufenen 1. Quartals gab Håkan Samuelsson auf der Hauptversammlung einen positiveren Ausblick auf 2008. Es werde ein Auftragseingang auf hohem Niveau erwartet. „Zusammen mit dem Rekord-Auftragsbestand, der im ersten Quartal noch einmal gewachsen ist, werden wir in diesem Jahr weiterhin an der Kapazitätsgrenze arbeiten und einen Umsatzzuwachs von gut 10 % erreichen, wobei das Wachstum hauptsächlich aus den Regionen außerhalb Westeuropas kommt. Das operative Ergebnis wird weiter steigen und die Rendite das erhöhte Niveau des 1. Quartals erreichen“, sagte Samuelsson. Damit habe das Jubiläumsjahr 2008 alle Voraussetzungen, auch das beste Jahr der 250-jährigen Geschichte zu werden.

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2007 bezeichnete Samuelsson als „das beste Geschäftsjahr in der langen Geschichte der MAN Gruppe. Das Jahr war gekennzeichnet von starkem Wachstum bei voller Auslastung unserer Produktionskapazitäten. In den vergangenen fünf Jahren haben wir eine durchschnittliche Zuwachsrate von 11 % erreicht. Unser übergeordnetes Ziel bleibt es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wachstum und Rendite zu finden, um eine nachhaltige Wertsteigerung unseres Konzern zu sichern“.

Mit der erreichten hohen Ertragskraft und Kostenflexibilität, verbunden mit der fokussierten Struktur der Gruppe sieht Samuelsson die durchschnittlichen Zielrenditen nach unten abgesichert.

Deutliche Ergebnisverbesserung aller Bereiche im 1. Quartal
Alle produzierenden Geschäftsbereiche konnten ihre Ergebnisse in den ersten drei Monaten deutlich verbessern. Der Bereich Nutzfahrzeuge steigerte das operative Ergebnis dank einer hohen Kapazitätsauslastung und der fortgesetzten Kostensenkungsmaßnahmen von 201 Mio € auf 280 Mio €, die Rendite ROS stieg von 9 % auf 11 %. Das Lkw-Geschäft erzielte eine Umsatzrendite von 12,3 % (9,9 %) und darin die schweren Lkw allein ein ROS von 13,5 %, während der Busbereich ein mit 2 Mio € leicht positives Ergebnis erreichte. Hier wurden weitere Schritte zur Sanierung eingeleitet, darunter die vollständige Integration der Bus-Aktivitäten in die Lkw-Sparte und die Neustrukturierung der Reisebus-Produktion bei Neoplan. Im Bereich Dieselmotoren legte das operative Ergebnis dank gestiegener Auftragsqualität und sehr hohem Volumen auf 84 Mio € (57 Mio €) deutlich zu, damit erreichte dieser Bereich die höchste Rendite – sie stieg um 2,3 %-Punkte auf 14,8 %. Eine sehr hohe Auslastung begünstigte die Ergebnissteigerung bei Turbomaschinen um 56 % auf 28 Mio € (18 Mio €), die Umsatzrendite stieg auf 11 % (8,2 %). Das Ergebnis des Bereiches Industriedienstleistungen lag mit 32 Mio € auf Vorjahreshöhe, die Rendite hielt sich mit 9,1 % auf hohem Niveau.

Auftragseingang: Starke Nachfrage nach Schiffsdieselmotoren
Im 1. Quartal nahm der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 % auf 5,2 Mrd € zu. Besonders die Nachfrage nach großen Schiffsdieselmotoren hielt unvermindert an. Mit einem Bestellplus von 44 % auf 904 Mio € konnte das sehr hohe Niveau des Auftaktquartals aus dem Vorjahr deutlich übertroffen werden. Im Nutzfahrzeuggeschäft hielt sich der Auftragseingang auf dem Spitzenniveau des Vorjahres von 3,5 Mrd €. Turbomaschinen konnten ihre Auftragseingänge weiter steigern und erhielten in den ersten drei Monaten Bestellungen im Wert von 368 Mio €, was einem Plus von 4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Ordereingänge bei Industriedienstleistungen kletterten kräftig um 23 % auf 293 Mio €.

Während die Bestellungen aus dem Ausland um 17 % auf 4,0 Mrd € anstiegen, sank die inländische Nachfrage um 15 % auf 1,2 Mrd €. Auch der Nutzfahrzeugbereich setzte seine internationale Expansion fort, der Auftragseingang im Ausland legte um 8 % auf 2,6 Mrd € zu.

Umsatz wächst vor allem im Ausland
Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten um 16 % auf 3,8 Mrd €, wesentlich getragen durch das starke internationale Nutzfahrzeug- und Dieselmotorengeschäft. Im Ausland wuchs der Umsatz der MAN Gruppe um 20 % auf 2,9 Mrd €, im Inland stieg er um 5 % auf 895 Mio €. Der Auftragsbestand erreichte mit 15,9 Mrd € einen neuen Höchststand, das entspricht einem Zuwachs von 8 % gegenüber dem Jahresbeginn (14,8 Mrd €).

Mitarbeiterzahl gestiegen
Am 31. März 2008 waren in der MAN Gruppe 56 196 Mitarbeiter beschäftigt (inkl. Leiharbeitnehmern). Gegenüber dem Stand von 55 086 Mitarbeitern am 31. Dezember 2007 ist dies ein Zuwachs um 1 110 Mitarbeiter. Wesentliche Ursache waren höhere Produktionsvolumina bei allen produzierenden Bereichen.

Im Inland beschäftigte die MAN Gruppe am 31. März 2008 insgesamt 32 219 Mitarbeiter (31. Dezember 2007: 31 611), im Ausland waren es 23 977 Mitarbeiter (31. Dezember 2007: 23 475). Damit beträgt der Anteil der im Ausland beschäftigten Mitarbeiter 43 %.

Initiative zur CO2-Reduzierung
Auf der Hauptversammlung kündigte der Vorstandsvorsitzende Håkan Samuelsson eine Initiative von MAN zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes an. Er nannte folgende Aktionsfelder und Einsparpotenziale:

  • Technische Weiterentwicklung der Lkw: Verbesserungen vor allem bei Antriebsstrang und Aerodynamik. Treibstoff- und CO2-Einsparungspotenzial in den nächsten Jahren: rund 10 %.
  • Längere Lkw-Kombinationen mit größerem Ladevolumen: weitere 20 % Einsparung.
  • Wettbewerbsfähige Hybrid-Stadtbusse sollen 2010 in Serie gehen: Kraftstoff- und CO2-Einsparung bis zu 25 %.
  • Großdieselmotoren: MAN hat durch die Entwicklung der elektronischen Steuerung bei Großdieselmotoren die Drehzahlflexibilität deutlich erhöht, um den Schiffen langsamere Fahrt ohne Wirkungsgradverluste zu ermöglichen.
  • Durch leichte Reduzierung der Schiffsgeschwindigkeiten können die Verbrauchs- und Emissionswerte um bis zu 40 % verringert werden. Alle MAN-Motoren sind darüber hinaus bereits heute biokraftstoff-tauglich.
  • MAN Turbo entwickelt und baut Kompressoren für die CO2-Abtrennung und unterirdische Einspeicherung bei Kohlekraftwerken (CO2-Einsparpotenzial 90 %).
  • MAN Turbo liefert Kernkomponenten (Kompressoren und Reaktoren) für die Herstellung von Biotreibstoffen der 2. Generation (CO2-Einsparpotenzial 90 %).
  • MAN Industriedienstleistungen bieten solarthermische Kraftwerke und Kühlanlagen sowie Anlagen für Biokraftstoffe an.
  • MAN-Tochter RENK entwickelt und baut effiziente Getriebe für Windkraftwerke.
  • Für alle MAN-Werke werden Energie-Einsparziele festgelegt.

„Wir sind zuversichtlich, dass der CO2-Ausstoß mit Technik, Innovationen und natürlich auch Verhaltensänderungen reduziert werden kann. Wir sind bereit, unseren Beitrag hierzu zu leisten“, betonte Samuelsson.