Reactors & Apparatus 

MAN Diesel & Turbo in Deggendorf erhält Großauftrag aus dem Sultanat Oman

Stillstands-Engineering als Spezialität von MDT in Deggendorf.

Austausch eines Regeneratorkopfes mit Zyklonsystem: Die Stillstandsarbeiten in der ORPIC-Raffinerie in Sohar erfordern den Einsatz eines der größten Kräne weltweit.

Von der Oman Oil Refineries and Petroleum Industries Company (ORPIC) erhielt MDT kürzlich den Auftrag für eine umfangreiche Stillstandsrevision in der Raffinerie des Kunden in Sohar, etwa 200 km nordwestlich der Hauptstadt Muscat gelegen. Ein Projekt mit engem Zeitplan: Während die Produktionsprozesse der Raffinerie im Frühjahr 2016 aufgrund einer turnusmäßigen Generalrevision stillstehen, sorgen rund 100 Fachkräfte von MAN Diesel & Turbo aus Deggendorf für die reibungslose Überholung von Schlüsselkomponenten der RFCC-Anlage.

Das Projekt umfasst einen Auftragswert in zweistelliger Euro-Millionenhöhe sowie eine Arbeitsstundenzahl von über 100.000 Stunden. „Es ist das umfangreichste Projekt dieser Art, das von MDT Deggendorf jemals durchgeführt wurde - sowohl mit Blick auf den Auftragswert als auch die zu leistenden Stunden im Bereich Engineering, Fertigung und vor allem auf der Baustelle in Oman“, erklärt Projektleiter Max Kilger von MAN Diesel & Turbo in Deggendorf. Durch den Einsatz lokaler Unterstützung im Bereich Logistik, Manpower und Infrastruktur leistet das deutsche Unternehmen gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum "In-Country-Value"-Programm in Oman.

„Der Vertrag mit ORPIC ist ein großer Meilenstein in der weiteren Entwicklung der Raffineriekompetenz von MAN Diesel & Turbo in Deggendorf“, erläutert Franz Kufner, Leiter des dortigen Apparatebaus. „Bisher ist beispielsweise nirgendwo auf der Welt ein derart riesiger ‚Jellyfish Dome‘ mit einem extremen Durchmesser und einem Gewicht von 680 Tonnen ausgetauscht worden. Diese Referenz ist insbesondere in der Öl- und Gasindustrie im arabischen Raum von strategischer Bedeutung.“

Bevor die Arbeiten in Oman aufgenommen werden, ist jedoch zunächst die Fertigung in Deggendorf gefordert: In den nächsten zehn Monaten sind eine Vielzahl von Großkomponenten zu fertigen, unter anderem extrem große Air Grids, innenliegende Kuppeln und ein neuer Regeneratorkopf mit einem gigantischen Durchmesser und einem Stahlgewicht von 250 Tonnen. All diese Komponenten werden im Oktober 2015 das Deggendorfer Werk in Süddeutschland verlassen, um über die Donau, das Schwarze Meer, den Bosporus, das Mittelmeer, den Suezkanal, das Rote Meer, den Golf von Aden und den Golf von Oman im Januar 2016 ihr Ziel zu erreichen – bereit zum Einbau auf der gigantischen Baustelle in Sohar.