MAN SE  |  Investor Relations 

Hauptversammlung 2019: MAN gestaltet Zukunft durch Wandel

Aktionäre erhalten Barausgleichszahlung von 5,10 € je Aktie

Auf der Hauptversammlung von MAN in München hat Joachim Drees, Vorsitzender des Vorstands der MAN SE, vor rund 400 Aktionären und Gästen über das Geschäftsjahr 2018 berichtet. Dabei betonte er: „Unser Geschäft lebt vom Wandel. Als einer der führenden Nutzfahrzeugkonzerne in Europa sind wir offen für Veränderungen. Das ist die Grundvoraussetzung, um weiterhin erfolgreich zu sein.“ Die Zukunftsthemen alternative Antriebe – insbesondere Elektrifizierung – sowie Digitalisierung und automatisiertes Fahren verändern in hohem Tempo die Mobilität, den Transport und die Logistik. MAN richtet seine Anstrengungen daher bei der Entwicklung neuer Produkte und Serviceleistungen klar darauf aus.

Um im internationalen Wettbewerb weiterhin vorne mit dabei zu sein, sei zudem eine Allianz von politischen Entscheidungsträgern, Spediteuren und Verkehrsunternehmen heute wichtiger denn je. Jüngst hat sich die Europäische Union auf eine CO2-Regulierung für Lkw über 16 Tonnen geeinigt. Lkw-Hersteller sollen im Vergleich zu 2019 den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotte in der EU bis 2025 um 15 % und bis 2030 um 30 % senken. Zudem sind ab 2025 Verkaufsquoten für Zero-Emission-Trucks vereinbart worden.

MAN-Chef Drees erklärte: „Als Nutzfahrzeughersteller stellen wir uns diesen ambitionierten Zielen. Für uns ist die Zukunft des Waren- und Personenverkehrs in der Stadt elektrisch – unsere Produkt-Highlights auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018 haben dies vor Augen geführt.“ Die Einhaltung der ehrgeizigen Ziele der CO2-Regulierung vor allem im Fernverkehr werde gleichwohl eine große Kraftanstrengung für Hersteller und deren Kunden und sie werde nur in Zusammenarbeit mit der Politik gelingen. Drees: „Eine stärkere Markt¬akzeptanz von alternativ angetriebenen Lkw setzt entsprechende Rahmenbedingungen voraus, die bis heute vollständig fehlen. So können wir heute schwere Elektro-Lkw nicht einmal als Serienfahrzeuge zulassen, weil sich die Regulierer nicht auf Testparameter einigen können.“

Drees appellierte daher an die politischen Entscheidungsträger: „Schaffen Sie zeitnah die erforderlichen Voraussetzungen, damit wir nicht für die Zulassung eines jeden Elektro-Lkw eine Ausnahmegenehmigung beantragen müssen. Unterstützen Sie den Kauf dieser neuen Technologien – mit der Infrastruktur und mit Anreizsystemen.“ Nur mit der nötigen Lade- und Tankinfrastruktur könne man die neuen Technologien auch auf die Autobahnen in Europa bringen. Zudem bedürfe es auch staatlicher Anreizsysteme, damit die Zero-Emission-Trucks tatsächlich von Kunden gekauft und betrieben werden: „Wir erwarten von den politischen Entscheidungsträgern zeitnahe Lösungsvorschläge, mit denen wir und auch unsere Kunden weiterarbeiten können. Für einen koordinierten Wandel brauchen wir Klarheit – nur dadurch sind wir im internationalen Vergleich weiter wettbewerbsfähig.“

Damit MAN seine Zukunftsprojekte umsetzen kann, braucht es vor allem auch ein starkes finanzielles Fundament. Das Unternehmen hat im Jahr 2018 in vielerlei Hinsicht Fortschritte erzielt und wesentliche Eckdaten verbessert. Der Auftragseingang des MAN Konzerns stieg um 12 % auf 13,9 Mrd €, die Umsatzerlöse konnten um 9 % auf 12,1 Mrd € gesteigert werden. Das Operative Ergebnis blieb mit 332 Mio € leicht unter dem Vorjahreswert. Bezogen auf den deutlich gestiegenen Umsatz sank die Operative Rendite der MAN Gruppe auf 2,7 %.

Ein wesentlicher Treiber für künftigen Erfolg, so Drees, sei auch die enge Einbindung in die TRATON GROUP. Unter dem Dach von TRATON arbeiten MAN Truck & Bus, Scania und MAN Latin America, dessen Absatz im Wesentlichen unter der Marke Volkswagen Caminhões e Ônibus erfolgt, intensiv zusammen. Die Unternehmen entwickeln gemeinschaftlich Kernkomponenten des Antriebsstrangs. Auf gemeinsamen Plattformen entstehen Motoren, Getriebe, Achsen und Abgasnachbehandlungssysteme, die dann markenspezifisch modifiziert werden. Ziel ist es, TRATON mit den Marken MAN, Scania und Volkswagen Caminhões e Ônibus zum Global Champion weiterzuentwickeln.

Ab dem Geschäftsjahr 2019 ist die MAN SE nicht mehr durch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag („BGAV“) mit der TRATON SE verbunden. Außenstehende Aktionäre erhalten letztmalig für 2018, aus dem zwischenzeitlich gekündigten Beherrschungs- und Gewinn-abführungsvertrag mit der heutigen TRATON SE, die festgeschriebene Barausgleichszahlung von 5,10 € pro MAN-Stamm- bzw. -Vorzugsaktie für das volle abgelaufene Geschäftsjahr. Aufgrund der finalen Entscheidung des Spruchverfahrens und der Beendigung des BGAVs hatten die außen-stehenden Aktionäre der MAN SE erneut das Recht, ihre MAN-Aktien der heutigen TRATON SE anzudienen. Infolge dieser Andienungen hat sich die Beteiligung der TRATON SE als größtem Einzelaktionär der MAN SE im März 2019 auf über 90 % erhöht.

Abschließend gab Joachim Drees noch einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr: „Der Vorstand der MAN SE erwartet für das Jahr 2019 einen leicht steigenden Umsatz der MAN Gruppe. Das Operative Ergebnis und die Operative Rendite der MAN Gruppe werden sich 2019 gegenüber dem Vorjahr spürbar verbessern.“


Bilder der Hauptversammlung