MAN SE 

Deutliche Ergebnisverbesserung getragen von Commercial Vehicles

Zwischenbericht zum 31.03.2011– Q1 2011

Liebe Aktionärinnen,

liebe Aktionäre,

die MAN Gruppe ist stark in das Jahr 2011 gestartet. Vor allem das Geschäftsfeld Commercial Vehicles hat zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahresquartal beige¬tragen. Während sich das europäische Nutzfahrzeuggeschäft weiter nachhaltig erholt hat, konnte MAN in Lateinamerika erneut Bestmarken erzielen. Die internationale Wachstumsstrategie von MAN macht sich bezahlt und wird gezielt vorangetrieben. Dies spiegelt sich auch im global ausgerichteten Geschäftsfeld Power Engineering wider, in dem MAN im 1. Quartal 2011 erneut hohe Erträge erzielte.

Im 1. Quartal 2011 hat MAN den Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 % auf 4,4 Mrd € gesteigert. Besonders stark war der Zuwachs bei MAN Truck & Bus mit 47 % auf 2,5 Mrd €, vor allem bei schweren Lkw. MAN Latin America erzielte mit 0,9 Mrd € den besten Quartalswert in seiner Geschichte. Im Geschäftsfeld Power Engineering wurden Aufträge im Wert von 1,1 Mrd € verbucht (-3 %), wobei vor allem Turbomachinery starke Zuwächse erzielte (+72 %). Mehr Aufträge verbuchten auch der größte Geschäftsbereich Engines & Marine Systems (+5 %) sowie Renk (+13 %).

Mit 3,7 Mrd € lag der Umsatz der MAN Gruppe in den ersten drei Monaten 19 % höher als im Vorjahr. Das europäische Nutzfahrzeuggeschäft stieg dabei um 35 % auf 2,0 Mrd €. Bemerkenswert war der höhere Absatz von Lkw, der um 91 % gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal zunahm. In Lateinamerika konnte MAN seinen Umsatz um 20 % auf 0,9 Mrd € steigern, auch dies eine historische Bestmarke für diesen Bereich. Im Geschäftsfeld Power Engineering lagen die Umsätze mit 0,9 Mrd € leicht unter dem Vorjahreswert (-6 %). Während der Geschäftsbereich Engines & Marine Systems seinen Umsatz um 5 % auf 402 Mio € erhöhen konnte, mussten die anderen Geschäftsbereiche Rückgänge hinnehmen. Dies ist vor allem auf das stark schwankende Geschäft mit Großanlagen zurückzuführen.

Das Operative Ergebnis verbesserte MAN im 1. Quartal gegenüber dem krisenbedingt noch niedrigen Vorjahreswert um mehr als das Doppelte von 128 Mio € auf 325 Mio €. Zu dieser Verbesserung trug in erster Linie das Geschäftsfeld Commercial Vehicles mit 196 Mio € bei. Hierin spiegeln sich die wesentlich höhere Kapazitätsauslastung von MAN Truck & Bus sowie die anhaltend hohen Erträge von MAN Latin America wider. Power Engineering leistete mit 122 Mio € erneut einen wesentlichen Ergebnisbeitrag und erwirtschaftete mit 13,3 % eine starke Umsatzrendite. In der gesamten MAN Gruppe stieg diese Kennziffer auf 8,7 % gegenüber 4,1% im Vorjahresquartal.

Gerade die Zahlen aus dem Nutzfahrzeuggeschäft belegen deutlich die konjunkturelle Wende, vor allem in Europa. Dennoch führen die Schuldensituation in Europa und den USA sowie die politischen Unruhen in den arabischen Ländern immer wieder zu erheblicher Verunsicherung an den Finanz- und Rohstoffmärkten. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig strategisch zu positionieren. MAN hat dies mit seiner internationalen Wachstumsstrategie mit dem Fokus auf die BRIC-Länder getan. Wir engagieren uns damit in den weltweit größten und wachstumsstärksten Märkten für Transport und Energie. Zugleich können wir im Verbund mit Europa und weiteren Märkten unterschiedliche Konjunkturphasen ausgleichen und die Lebenszyklen der Technologien verlängern.

2011 setzen wir diese erfolgreiche Strategie fort: In Brasilien werden wir unsere Kapazitäten von 72 000 auf etwa 82 000 Fahrzeuge steigern und als Branchenführer das Marktpotenzial nutzen. Ein neues Lkw-Werk bauen wir in diesem Jahr in Russland am Standort St. Petersburg, um als Marktführer unter den westlichen Marken am starken Branchenwachstum auch mit einer lokalen Produktion teilzuhaben. Mit unserem chinesischen Partner Sinotruk entwickeln wir bis Jahresende unter der neuen Marke SITRAK auf Schwellenländer in Asien und Afrika zugeschnittene schwere Lkw. Schon in rund einem Jahr werden die ersten Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert. Langfristig ist ein Absatz von 200 000 Stück geplant.

Auch mit dem Geschäftsfeld Power Engineering ist MAN weltweit stark vertreten. Nach wie vor wird rund die Hälfte des Welthandels mit einem Großdiesel-Motor von MAN bewegt. Für die Ener¬gieversorgung der Zukunft können wir zahlreiche Optionen bieten, z. B. flexible umweltscho¬nende Diesel-/Gasmotoren sowie Komponenten für Solarthermie und Windkraft. Den Marktpoten¬zialen und unseren Ideen sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Für das Geschäftsjahr 2011 gehen wir von einem Umsatzwachstum für die MAN Gruppe von 7 bis 10 % aus, die Umsatzrendite wird um mindestens 1 %-Punkt gegenüber dem Vorjahr steigen.

Dr.-Ing. Georg Pachta-Reyhofen

Vorstandssprecher der MAN SE