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50 Jahre NEOPLAN Skyliner: Kleine Busse, große Erfolge in Japan

Der NEOPLAN Skyliner kann so einige Superlative für sich verbuchen. Er war nicht nur der erste Reisedoppeldecker der Welt, sondern auch der kürzeste. In Japan erfreute er sich in einer 9-m-Variante großer Beliebtheit.

50 Jahre NEOPLAN Skyliner in Japan
Da für Busse bis zu 9 m Länge in Japan keine Konzession benötigt wurde, entwickelte NEOPLAN für diesen Markt im Jahr 1984 den kürzesten Doppeldecker der Welt.

  • Ab 1977 lieferte NEOPLAN Skyliner auch nach Japan
  • Einbau japanischer Motoren für einfache Wartung durch lokale Werkstätten
  • Weltrekord: Mit nur 9 m Länge baute NEOPLAN ab 1985 die kürzesten Doppeldecker der Welt

Seit seiner Einführung vor 50 Jahren ist der NEOPLAN Skyliner der Inbegriff komfortablen Reisens. Unzählige Unternehmen aus aller Welt sind bis heute begeistert vom Design und seiner Ausstattung. Und nicht zuletzt vom Imagegewinn durch einen oder mehrere der Doppeldecker im Fuhrpark. Sogar im fernen Osten.

Zehn Jahre nach der Premiere des NEOPLAN Skyliner, reichte sein guter Ruf bereits bis nach Japan. 1978 meldete sich ein japanischer Busbetreiber bei NEOPLAN mit dem Wunsch, einige der Reisedoppeldecker zu beauftragen. Als umtriebiger Unternehmer nahm Albrecht Auwärter sogleich Kontakt mit den japanischen Behörden auf, um die Importbedingungen für den japanischen Markt zu klären. Die Vorgaben waren streng: Sie forderten unter anderem eine Maximalhöhe von 3,80 m, zwei Nottüren, die Umrüstung auf Linksverkehr und vieles andere. Doch das hielt Auwärter nicht auf. Noch im selben Jahr war der erste Skyliner für Fernost einsatzbereit und fuhr auf eigener Achse nach Bremerhaven, von wo aus er nach Japan verschifft und dort an den Kunden übergeben wurde.

Fahrgäste und Betreiber waren gleichermaßen vom modernen Design, der ausgezeichneten Straßenlage und dem Komfort begeistert. Doch da in beiden Ländern das Streben nach Effizienz stark ausgeprägt ist, gab es schnell Ideen für weitere Optimierungen. Wurden die ersten Fahrzeuge noch mit europäischen Motoren ausgeliefert, bot Auwärter später den Einbau japanischer Fabrikate an. Das erleichterte den Service, denn einen einheimischen Nutzfahrzeugmotor konnte jede Nutzfahrzeugwerkstatt warten. Nun war der NEOPLAN Skyliner die perfekte Symbiose aus modernem deutschen Omnibusbau und japanischer Großserientechnik. Auch der Vertrieb wurden ausgebaut: Der Käufer der ersten Busse wurde Generalvertreter und Importeur von NEOPLAN Fahrzeugen in Japan.

Doch Albrecht Auwärter sah Potenzial für weitere Optimierungen. Auf einer Japanreise 1984 erfuhr er, dass für Busse bis 9 m Länge keine Konzession benötigt wurde. In Deutschland gab es bereits den Clubliner N 122/2, einen Zweiachser mit 10,7 m Länge. Dessen Lounge im Unterdeck lieferte ein beeindruckendes Statement der Exklusivität und erfreute sich bei deutschen Reiseunternehmern großer Beliebtheit. Auf dieser Basis begann der Umbau, die Lounge im Unterdeck wich regulären Sitzplätzen und nur etwa drei Monate später war der erste NEOPLAN Skyliner mit 9 m Länge fertiggestellt: der kürzeste Reisedoppeldecker der Welt war geboren. Von diesem kürzesten Reisedoppeldecker der Welt wurde für Japan eine Serie von 50 Fahrzeugen gebaut.

Seither sind die Busse von NEOPLAN auf dem japanischen Markt erfolgreich. Beispielsweise bestellte J.R. Bus Kanto, Betreiber von Japan Railways, im Jahr 2002 sechs weitere Skyliner und Megaliner mit dem Ziel, japanischen Geschäftsleuten, die zwischen Großstädten wie Tokio, Tsukuba und Osaka pendeln, eine luxuriöse Alternative zu Bahn und Flugzeug zu bieten. Und einmal mehr testete NEOPLAN die Grenzen des Marktes aus: Für die Busse mit einer Länge von 15 Metern war eine Sondergenehmigung nötig, da die zulässige Maximallänge in Japan zu diesem Zeitpunkt bei 12 Metern lag. Aber Albrecht Auwärter und NEOPLAN wissen eben seit jeher zu überzeugen.